Zwei Thurgauer Erfolge am Galarenntag

Rund 10’500 Zuschauerinnen und Zuschauer haben auf der Rennbahn in Frauenfeld an den traditionellen Pfingstrennen spannenden Pferdesport und eine tolle Stimmung erlebt. Die Thurgauer Besitzer Paul Baumgartner und Albert Schwager durften sich über je einen Heimsieg freuen. Rennreiter Tim Bürgin und Trainerin Claudia Erni sicherten sich je zwei Erfolge. Das Hauptrennen gewann Top Max.

zwei Galopprennpferde beim Siegeinlauf
Top Max und Reiter Tim Bürgin setzen sich im Hauptrennen (GP der Thurgauer Kantonalbank über 2400 Meter) gegen Singledon und Rémi Campos durch. Bild: Christian Mettler/www.pferderennen-fotos.ch

Ein Prachtsrenntag auf der Grossen Allmend in Frauenfeld: Es kamen so viele Zuschauerinnen und Zuschauer wie schon länger nicht mehr auf die Rennbahn. 10’500 Personen waren es, die am Wettschalter rund 103’240 Franken umsetzten. Und sie wurden nicht enttäuscht. In den zehn Rennen gab es spannenden Pferderennsport mit teils knappen Einläufen zu sehen. Die Stimmung war richtiggehend euphorisch. Die Pferde und ihre Reiterinnen respektive Fahrer wurden vom Publikum lautstark angefeuert und bejubelt. 

Top Max siegt im Hauptrennen 
Das Hauptrennen des Tages, der Grosse Preis der Thurgauer Kantonalbank über 2400 Meter, gewann Top Max mit Reiter Tim Bürgin nach einem starken Einlauf gegen Singledon und Queroyal. Trainiert wird der achtjährige Wallach von Karin Suter-Weber und gehört dem Stall Bärtschi. Bürgin sass zum ersten Mal im Sattel von Top Max. «Ich konnte die Orders gut umsetzen. Ich bin fast etwas früh aufgerückt, in der Zielgerade ging dann eine Lücke auf und das Pferd beschleunigte toll», bilanzierte der Championjockey von 2023. Etwa 200 Meter vor dem Ziel sei er sicher gewesen, zu gewinnen. 

Bereits im Zawawi Cup über 1600 Meter hatte Bürgin im Sattel von Justin gejubelt. Das Paar kämpfte in einem packenden Finish den grossen Favoriten Whaze, der zuvor alle sechs Starts in Frauenfeld gewonnen hatte, nieder. Platz drei belegte Miyaz. «Es war ein tolles Rennen und Justin hatte es nach vielen zweiten und dritten Rängen verdient, zu gewinnen.» Justin steht im Besitz des Stalls Black Point und wird von Claudia Erni betreut. 

Einzige Stute im Feld gewinnt
Ernis zweiter Tageserfolg bescherte ihr Agrimonia mit Rémi Campos im Preis der Convia Bau AG, einem Flachrennen für dreijährige Vollblüter über 2000 Meter. Die Schimmelstute gehört Paul Baumgartner aus Ettenhausen TG und setzte sich Start-Ziel durch. Rang zwei ging an Medicine Man, Dritter wurde Secret of Magic. 

Gruppenbild im Führring der Amateurrennreiterinen vor dem WM-Einladungsrennen. Bild: Thi My Lien Nguyen

Schwedin siegt mit Thurgauer Pferd
Im Fegentri-Rennen, einem WM-Einladungsrennen für Amateurrennreiterinnen über 2400 Meter, durfte sich mit Albert Schwager aus Guntershausen ein zweiter Thurgauer über den Sieg freuen. Sein Scappato setzte sich nach einem tollen Ritt der Schwedin Elin Hedman klar durch und verwies Perfect Way und Alacon auf die Ehrenplätze. «Scappato ist ein super Pferd. Er gibt immer sein Bestes. Gekauft hatte ich ihn vor ein paar Jahren für meine Tochter Laura, die in Deutschland den Junior Cup bestritt und auch gewann» erzählte Schwager. Der zehnjährige Wallach wird mittlerweile von Jürg Langmeier in Elgg ZH trainiert, wo er gut aufgehoben sei. «Wir setzen ihn nach seinen Möglichkeiten ein und dieser treue Kerl gewinnt immer sein Rennen.» 

Enattof mag die Frauenfelder Bahn
Im Haupttrabrennen der Traber, dem Preis 28. Open Air Frauenfeld und Schweizer Zucker AG über 2400 Meter, gewannen Enattof und sein Besitzer Henri Turrettini im Sulky. Sie verwiesen in einem spannenden Einlauf Clarck Sotho und Gwaii Haanas auf die Ehrenplätze. Der Favorit Impact de Colmine wurde Vierter. Für Enattof war es nach dem Ostermontag bereits der zweite Erfolg auf der Grossen Allmend in diesem Jahr. 

zwei Trabrennpferde im Einlauf
Enattof (Nummer 5) und sein Besitzer Henri Turrettini im Sulky gewinnen gegen Clarck Sotho. Bild: Christian Mettler

Sally Langhard durfte ebenfalls jubeln
Ein erfolgreicher Renntag war es auch für die erst 17-jährige Reiterin Sally Langhard aus Stammheim ZH. Im Unternehmerpreis der Glatz AG, Griesser AG, Ernst Herzog AG und der Gottlieber Spezialitäten AG über 1850 Meter, gewann sie mit Diamond Haze überlegen. Rang zwei ging an Catching Fire, Rang drei an Chief of Staff. «Das Pferd ist diese Saison neu aus England in die Schweiz gekommen. Eigentlich hat er alles selbst gemacht, ich konnte ihn einfach galoppieren lassen», schwärmt sie.

Im Preis Hotel Banana City Winterthur und Freunde Pferderennen Frauenfeld über 1850 Meter, wurde Langhard mit dem Favoriten Top Cat zudem Dritte hinter dem Sieger Kind of Cool mit Debby Eberle und South Carolina. «Auch Top Cat ist toll gelaufen. Beim Start ist er zwar schlecht abgesprungen, aber er hat am Schluss super fertig gemacht. Dass es nicht zum Sieg gereicht hat, nehme ich auf meine Kappe, ich hätte ihn früher gehen lassen sollen.» 

Geburtstagsständchen für Trainer Miro Weiss
Der Erfolg von Kind of Cool (Besitzer Stall Redcap) war ein besonderer für dessen Trainer Miro Weiss, der genau am Pfingstmontag seinen 75. Geburtstag feierte und so doppelt anstossen konnte. Das Publikum hatte bei der Siegerehrung für den Erfolgstrainer lautstark «Happy Birthday» gesungen und für einen weiteren tollen Moment gesorgt. 

Der Publikumsaufmarsch war erfreulich gross. Deswegen bildeten sich lange Warteschlangen wie hier vor den Wettschaltern. Bild: Thi My Lien Nguyen

«Hüttwilen» schnappt sich den Gemeinde Cup

Ein besonderes Rennen an Pfingsten ist jeweils der Gemeinde-Cup, bei den Reiterinnen und Reiter aus den umliegenden Frauenfelder Gemeinden mit ihren Pferden antreten. Für sie ist es immer eine besondere Erfahrung, vor so vielen Zuschauerinnen und Zuschauern über die Bahn zu preschen. Gewonnen hat mit einem tollen Schlussspurt «Hüttwilen», vertreten von Rahel Jäger und Rainbow vor «Matzingen» (Leonie Wiesmann auf Karabet) und «Felben-Wellhausen» (Naomi Volkart auf Mistic Lady Castelkeal).

Rennverein ist dankbar und überwältigt

«Der Rennverein Frauenfeld freut sich, dass so viele Zuschauerinnen und Zuschauer auf die Bahn gekommen sind. Wir sind überwältigt», bilanzierte Co-Präsident und Rennchef Michael Schmid. «Speziell gefreut habe ich mich über die vielen jungen Leute und Familien, die Rennluft geschnuppert haben.» Leider hat es im zweitletzten Rennen noch einen Zwischenfall gegeben, als ein Traber nach dem Ziel plötzlich zusammenbrach und verstarb. Die Todesursache wird am Tierspital Zürich weiter abgeklärt.

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