Seit 25 Jahren die Stimme der Rennbahn

Markus Monstein feiert an den Pfingstrennen in Frauenfeld, am 25. Mai 2026, ein besonderes Jubiläum: Seit einem Vierteljahrhundert kommentiert er die Rennen vom Speakerhäuschen aus und begleitet das Publikum durch den Tag.

Markus Monstein ist seit 25 Jahren der Speaker der Pferderennen Frauenfeld. 
Bild: PD
Markus Monstein hat am 27. Mai 2001 sein erstes Pferderennen kommentiert – für den Rennverein Frauenfeld. Bild: PD

Seine Stimme kennen alle, die auf der Grossen Allmend in Frauenfeld die Pferderennen mitverfolgen. Markus Monstein kommentierte am 27. Mai 2001 sein erstes Rennen und gehört seither fix zur Crew des Rennvereins Frauenfeld. Wie alles anfing und ob er auch mal nervös ist, verrät der Pferderenn-Experte im Interview.

Was bedeutet es Ihnen, Pferderennen zu kommentieren?

Markus Monstein: Speaker zu sein, war ein Kindheitstraum. Wir haben früher mit dem Kassettenrekorder Reporter gespielt, Sportsendungen und Interviews aufgenommen. Dass ich nun seit 25 Jahren Rennen kommentieren darf, empfinde ich als Privileg und grosse Ehre. Das bedeutet mir unglaublich viel.

Sind Ihnen beim Kommentieren gewisse Informationen besonders wichtig?

Den Zuschauerinnen und Zuschauern die Rennen näherzubringen. Mein Ziel ist es, die Faszination unserer Sportart zu vermitteln und Emotionen zu transportieren. Auch Gelegenheitsbesuchende sollen verstehen, was sich im Rennen abspielt. Anders als etwa beim Fussball ist beim Pferderennen oft nicht sofort ersichtlich, wenn sich eine Entscheidung anbahnt und weshalb. Besonders wichtig ist mir, die Athleten in den Mittelpunkt zu rücken. Sie leisten Unglaubliches, und genau das gilt es dem Publikum zu vermitteln.

Wie sind Sie zu diesem Job gekommen?

Die Verbindung zum Rennsport habe ich, weil ich in Maienfeld aufgewachsen bin. Dort finden im Oktober jeweils zwei Renntage statt. Schon als Junge haben mich die Pferde und das Wetten fasziniert. Eines ergab das andere und ich wurde angefragt, für die damalige Rennzeitung «Turf Information» zu arbeiten. So kam ich noch während meines Studiums in St. Gallen zum Journalismus. Als der langjährige Speaker Eric Delaquis im Oktober 2000 aus gesundheitlichen Gründen aufhören musste, suchte Christoph Müller, der damalige Präsident des Rennvereins Frauenfeld, einen Nachfolger. Ihm und dem RVF habe ich viel zu verdanken. Ohne seine Initiative wäre ich nie Speaker geworden. Am 27. Mai 2001 durfte ich in Frauenfeld erstmals kommentieren.

Wie schwierig ist es, sich die Pferde pro Rennen einzuprägen?

Das ist zum Glück längst Routine. Ich befasse mich tagtäglich mit Pferderennen – ich lebe diesen Sport. Das ist nicht einfach nur ein Job für mich, sondern eine Berufung. Wie sich ein Rennen entwickeln könnte, überlege ich mir oft schon in der Woche vor dem Renntag, wenn ich die Wett-Tipps für das Rennprogramm verfasse. Es gibt kaum ein Rennen auf Schweizer Bahnen, das ich nicht verfolge. Entsprechend gut kenne ich die Akteure – ob Vier- oder Zweibeiner. Während des Rennens gilt es, den Dress mit dem jeweiligen Pferd zu verbinden und den Namen zu sagen. Die Nummern erkenne ich durchs Fernglas meist nicht. Für mich ist das wie Memory spielen.

Sind Ihnen auch schon Fehler passiert?

Oh ja, immer wieder. Das Ganze findet live statt – es gibt nur eine Chance. Dass dabei mal ein Versprecher passiert, ist völlig normal. Darüber darf man sich nicht ärgern. Am besten macht man einfach weiter und lässt sich nichts anmerken. Oft merken es ohnehin die wenigsten auf dem Platz. Grobe Schnitzer sind mir zum Glück schon lange keine mehr passiert.

Sie sind Präsident des Stalls Allegra, einer Besitzergemeinschaft, der Galopp- und Trabrennpferde gehören. Wie ist es für Sie zu kommentieren, wenn eines Ihrer eigenen Pferde läuft?

Das ist immer ein spezielles Gefühl. Dennoch versuche ich, es auszublenden. Es ist Aufgabe genug, das Rennen im Blick zu behalten. Interessanterweise hat das Kommentieren einen positiven Effekt: Ich bin weniger nervös, wenn ich am Mikrofon bin, als wenn ich nur zuschaue. Klar: Wenn am Ende ein Allegra-Pferd gewinnt, hört man in meiner Stimme vermutlich etwas mehr Euphorie. Umgekehrt freue ich mich ehrlich für alle, die gewinnen oder vorne dabei sind. Ich weiss, wie viel Arbeit hinter jedem Spitzenresultat steckt und wie viele Faktoren zusammenspielen müssen.

Was bedeuten Ihnen die Pfingstrennen?

Schon als Schuljunge habe ich sie geliebt, als ich die ersten Male von Maienfeld nach Frauenfeld kam. Diese grossartige Atmosphäre, tolle Felder, hochstehender Pferderennsport – und meist auch lukrative Wettquoten – haben mich begeistert. Bereits mein zweiter Renntag als Speaker war der Pfingstmontag 2001. Ich weiss noch genau, dass ich damals mein Glück kaum fassen konnte. Wenn ich heute daran denke, bekomme ich noch immer Gänsehaut.

Was ist das für ein Gefühl, ein 25-Jahr-Jubiläum zu feiern?

Ehrlich gesagt fühlt es sich seltsam an. Ein Vierteljahrhundert ist eine lange Zeit und ich fühle mich noch nicht wie 52. Mir kommt es vor, als wäre es gestern gewesen, als Christoph Müller mit mir ein Demo-Band aufgenommen hat, um mich vor meinem ersten Renntag zu testen und auch andere Rennvereine von mir zu überzeugen. Zu Beginn setzte nur Frauenfeld auf mich. Mit der Zeit sind immer mehr Rennvereine hinzugekommen. Vor zwei Wochen durfte ich erstmals auch die Speaker-Aufgabe in Aarau übernehmen, was mich enorm freut. Damit darf ich nun auf allen Rennplätzen in der Deutschschweiz kommentieren. Wenn ich an den kommenden Pfingstmontag und das Jubiläum denke, fühlt es sich wie ein Heimkommen an. In Frauenfeld hat schliesslich alles begonnen.

Alle Informationen zum Renntag am Pfingstmontag, 25. Mai 2026, gibt es hier!